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Eine ukrainische Patientin von Ärzte der Welt

UN-Briefing zur humanitären Situation in der Ostukraine

UN-Briefing zur humanitären Situation in der Ostukraine

 

Als einzige Vertreterin einer NGO hat die Ärzte der Welt-Generalkoordinatorin in der Ukraine Irina Maslovskaya bei einem virtuellen Briefing der UN-Mitgliedsstaaten über die humanitäre Situation in dem Land gesprochen. Dabei formulierte sie auch Forderungen an die internationale Gemeinschaft.

Corona hat die Ukraine schwer getroffen. Schon vor der Pandemie litt die Bevölkerung in den Konfliktgebieten unter großen Belastungen. So mangelt es zum Beispiel an Gesundheitspersonal und etwa 40 Prozent der (Fach-)Ärzt*innen fehlen. Es gibt zu wenige Apotheken und keine ausreichenden öffentlichen Verkehrsmittel, um Gesundheitszentren zu erreichen. Medizinische Einrichtungen sind durch Beschuss beschädigt oder in schlechtem Zustand und viele Menschen können es sich nicht leisten, Medikamente zu kaufen oder zum Arzt zu gehen.

Hinzu kommt, dass sich viele Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen mit COVID-19 infiziert haben. Im von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet wurden insgesamt rund 60.000 Fälle registriert. Für das nicht von der Regierung kontrollierten Gebiet jenseits der Kontaktlinie liegen keine genauen Zahlen vor, das Ärzte der Welt-Team in dieser Region berichtet jedoch von einer ähnlich angespannten Situation. Es fehlt genügend medizinisches Personal und geeignete Schutzausrüstung sowie lebensrettende medizinische Geräte. Die COVID-19-Infektionsrate ist hoch und oft kämpfen die Ärzt*innen mit  Schwierigkeiten bei der Versorgung ihrer Patient*innen - mit für diese potenziell lebensbedrohliche Folgen.

Geschlossene Grenzübergänge behindern medizinische Versorgung

Verheerende Auswirkungen hat auch, dass nun schon bereits seit zehn Monaten als Reaktion auf die Pandemie fast alle Übergängen zwischen den beiden Gebieten geschlossen sind. Diese Situation wirkt sich in erster Linie negativ auf die Bevölkerung in den nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten aus. Ältere Menschen haben zum Beispiel keinen Zugang zu ihren von der ukrainischen Regierung bereitgestellten Renten mehr. Die Schließung der Übergänge macht es auch für Ärzte der Welt schwierig, Konvois zu organisieren und medizinische Hilfsmittel in das Gebiet zu bringen.

Ärzte der Welt fordert deshalb zusammen mit anderen in der Ukraine tätigen NGOs die internationale Gemeinschaft dazu auf:

  • den Kampf gegen COVID-19 weiter zu unterstützen,
  • den gleichen Zugang zur COVID-19-Impfung für die gesamte Bevölkerung unabhängig von ihrem Wohnort zu gewährleisten,
  • die Bemühungen zur Öffnung der Übergänge der Kontaktlinie zu unterstützen und die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung zu erleichtern,
  • den humanitären Zugang zur nicht von der Regierung kontrollierten Region sicherzustellen
  • die Regierung der Ukraine und die humanitären Organisationen weiterhin dabei zu unterstützen, die Frauen, Männern und Kindern zu versorgen, die am dringendsteHilfe benötigen.

Das gesamte Briefing finden Sie hier: http://webtv.un.org/watch/humanitarian-briefing-on-the-situation-in-ukraine/6229640869001/ (ab min. 30:00 und 1:34:00)

Den Redebeitrag von Irina Maslovskaya in deutscher Übersetzung können Sie hier nachlesen.

Ärzte der Welt-Mitarbeiterin Irina Maslovskaya
Ärzte der Welt-Mitarbeiterin Irina Maslovskaya
Was wir tun

Ärzte der Welt unterstützt die Bevölkerung nahe der Kontaktlinie in den Regionen Luhansk und Donezk mit medizinischen Dienstleistungen, um so das lokale Gesundheitssystem zu stärken. Dabei sind die Teams sowohl in dem von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet als auch in dem nicht von der Regierung kontrollierten Gebiet im Einsatz.

Im von der Regierung kontrollierten Gebiet bietet Ärzte der Welt allgemeine medizinische Behandlungen, Maßnahmen zur psychischen Gesundheit und psychosoziale Unterstützung sowie Sprechstunden zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit an.

Auf der anderen Seite der Kontaklinie, in Luhansk, unterstützt Ärzte der Welt Krankenhäuser, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen mit lebensrettenden medizinischen Gütern, um denjenigen zu helfen, die am schwierigsten zu erreichen sind.

 

Unser Projekt in der Ukraine wird vom Auswärtigen Amt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt.

 

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