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Die Menschen im Jemen sind der Corona-Pandemie fast schutzlos ausgeliefert.

Doppelte Krise

Doppelte Krise

Der Krieg im Jemen gilt als die größte humanitäre Katastrophe der Welt. Entsprechend hoch ist die Gefahr, dass eine Ausbreitung von Covid-19 die Situation noch weiter verschlimmert. Das örtliche Gesundheitssystem ist völlig unzureichend auf die Pandemie vorbereitet.

Anfang April wurde der erste Corona-Fall im Jemen gemeldet. Laut WHO sind 85 weitere Fälle bestätigt worden (Stand 2. Juni 2020). Ein Grund zum Aufatmen ist das jedoch nicht, denn es werden kaum Menschen getestet: Es mangelt an Tests und Laborkapazitäten. Das Virus breitet sich jedoch in dem ohnehin durch den jahrelangen Krieg zermürbten Land bereits aus.

Viele Menschen im Jemen haben schon jetzt keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, so dass sie die notwendigen Hygienemaßnahmen nicht treffen können. „Mehrmals am Tag die Hände zu waschen, ist heute ein Luxus für die Jemeniten", erklärt Julien Bousac, Direktor für internationale Programme von Ärzte der Welt Frankreich. Dazu kommt, dass nur rund die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen überhaupt funktionsfähig sind und eine medizinische Versorgung der Bevölkerung somit nicht gesichert ist. Die seit März 2015 anhaltenden Blockaden von Häfen führen zudem zu Engpässen notwendiger Medikamente und medizinischen Materials, insbesondere auch Artikel, die für die Prävention und Reaktion auf Covid-19 benötigt werden.

Angst vor Cholera und Covid-19

Die Krankenhäuser sind zum Teil durch Bombardierungen beschädigt, es fehlt an Personal und Materialien. Zu allem Überfluss hat die Regenzeit eingesetzt, so dass ein erneuter Ausbruch der Cholera bevorstehen könnte. Sollten sich beide Krankheiten gleichzeitig ausbreiten, wäre das dramatisch. Viele Menschen im Jemen sind bereits durch Unterernährung oder andere Faktoren geschwächt und es würde daher zu vielen komplizierten Krankheitsverläufen kommen.

Was wir tun

Ärzte der Welt gewährleistet den Betrieb von Kliniken, indem wir unter anderem die Gehälter von medizinischem Personal finanzieren. Darüber hinaus stellen wir sicher, dass in den unterstützten Gesundheitseinrichtungen ausreichend Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen und schulen das medizinische Personal im Umgang mit Covid-19 Verdachtsfällen.

 

Das Auswärtige Amt unterstützt unsere Arbeit im Jemen. Dennoch sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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