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Die Bevölkerung im Jemen leidet extrem unter den Folgen des Krieges. Ein Patient wird im Krankenhaus al-Thawra hospital in der Stadt Taez beatmet. Foto: AHMAD AL-BASHA / AFP
Nothilfe

Humanitäre Hilfe in Gefahr

Humanitäre Hilfe in Gefahr

 

22 im Jemen tätige Hilfsorganisationen, darunter Ärzte der Welt, fordern in einem gemeinsamen Aufruf die Regierung Biden dazu auf, die Terror-Einstufung von Ansar Allah, auch als Huthi bekannt, unverzüglich zu widerrufen.  

Ansar Allah ist die faktische Regierungsmacht im Norden des Jemen. Ihre Einstufung als Terrororganisation durch die scheidende US-Regierung wird katastrophale Folgen für die humanitäre Situation von mindestens 70 Prozent der jemenitischen Bevölkerung, fast 20 Millionen Menschen, haben.

Das Land steht nach rund 6 Jahren Krieg am Rande einer Hungersnot. Jede Beeinträchtigung der lebensrettenden Hilfsmaßnahmen und der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Treibstoff, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern wird das Leben von Millionen Menschen gefährden. Die Rücknahme der Terror-Einstufung ist der einzig wirksame Weg, um die jemenitische Zivilbevölkerung vor den katastrophalen humanitären Auswirkungen zu schützen.

Die vier von der US-Regierung erteilten Ausnahmegenehmigungen für humanitäre Organisationen im Jemen sind bei weitem nicht ausreichend. Sie zielen darauf ab, die weitere Lieferung von Hilfsgütern trotz Terror-Einstufung zu ermöglichen. Es ist jedoch bereits abzusehen, dass es trotz der Ausnahmeregelungen zu Verzögerungen und Unsicherheiten bei der Bereitstellung von Hilfe kommen wird - insbesondere in den von Ansar Allah de facto kontrollierten Gebieten, in denen die meisten Menschen in Not leben.

Philippe de Botton, Präsident von Ärzte der Welt Frankreich, warnt: „Die Hälfte der Gesundheitsstrukturen des Landes sind aufgrund des Konflikts und des Einbruchs der humanitären Finanzierung nicht mehr funktionsfähig. Wenn diejenigen, die noch in Betrieb sind, aufgrund dieser Einstufung mit zusätzlichen Versorgungsengpässen konfrontiert werden, könnte das Gesundheitssystem zusammenbrechen. Durch die Covid-19-Pandemie ist es ohnehin schon ein Kampf, die Versorgung aufrecht zu erhalten. Am Ende wird es die Zivilbevölkerung sein, die dieser politischen Entscheidung zum Opfer fällt."

Nicht zuletzt wird die Terror-Einstufung den von den Vereinten Nationen geführten Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts schaden. Die Unterstützung des UN-geführten Friedensprozesses ist die einzige nachhaltige Lösung für die Krise im Jemen. Die neue US-Regierung unter Biden hat immer noch die Chance, den eingeschlagenen Kurs umzukehren und stattdessen die Kriegsparteien und die internationale Gemeinschaft dafür zu mobilisieren, den Konflikt und das Leid zu beenden.

Lesen Sie hier das gesamte Statement:

 

 

Über Ärzte der Welt im Jemen:

Ärzte der Welt ist seit 2007 im Jemen aktiv und hat seit Beginn des Konflikts im Jahr 2015 elf Gesundheitszentren in den Gouvernements Sana'a, Ibb und Amanat Alasimah unterstützt, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Norden zu verbessern. Seit 2019 war Ärzte der Welt auch in fünf Gesundheitszentren im Süden des Landes aktiv.

Das Team von Ärzte der Welt unterstützt die Gesundheitsbehörden, bietet der Bevölkerung vor Ort Zugang zu basismedizinischer Versorgung, Schwangerschaftsvor- und -nachsorge, Impfungen, Ernährungsprogrammen, psychosozialer Unterstützung, individuellen Beratungen zur psychischen Gesundheit sowie Gesundheitsaufklärung.

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