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Medizinische Grundversorgung von Schwangeren, Müttern und Kindern in Haiti. Foto: Olivier Papegnies

Cholera auf Haiti: Jetzt für Ärzte der Welt spenden und helfen!

Haiti

1,285

Cholera-Fälle im Departement Grand’Anse im Jahr 2015

3

Stunden braucht eine Frau durchschnittlich zur nächsten Gesundheitsstation

350

Frauen sterben pro 100.000 Geburten

Die Situation

Im Anschluss an das verheerende Erdbeben im Januar 2010 grassierte auf Haiti die Cholera. Obwohl ihre Ausbreitung eingedämmt werden konnte, ist sie im Gesundheitsbereich nach wie vor eines der größten Probleme Haitis. Besonders nachHurrikan Matthew im Oktober 2016 gab es zahlreiche Betroffene: Bis Ende des Jahres 2016 wurde die Zahl der Cholera-Erkrankten auf 50.000 geschätzt. Zudem bricht im südwestlichen Gebiet der Insel, im Departement Grand’Anse, die Epidemie immer wieder aus, vor allem in der Regenzeit und in abgelegenen Regionen.

Die Krankheit muss nach dem Auftreten der ersten Symptome sofort behandelt werden, andernfalls kann sie schnell lebensbedrohlich werden. Zur flächendeckenden Behandlung mangelt es vor allem an medizinischem Personal, medizinischem Material und Medikamenten.

Risikoreiche Geburten

Haiti ist eines der Länder mit der höchsten Müttersterblichkeit auf dem amerikanischen Kontinent. Hauptursache hierfür ist das Fehlen einer flächendeckenden Versorgung: Durchschnittlich benötigen Frauen drei Stunden, um die nächste Gesundheitsstation zu erreichen. Weitere Hindernisse sind hohe Kosten für medizinische Leistungen, niedrige Qualitätsstandards und das geringe Wissen über die eigene Gesundheit, sowie die Gesundheitsbildung der jüngeren Generationen.

Gefährliche Schwangerschaftsabbrüche

Moderne Verhütungsmittel sind bekannt und in den Gesundheitsstationen verfügbar, dennoch werden sie nur von 35 Prozent der Frauen benutzt. Das liegt vor allem an weit verbreiteten falschen Vorstellungen über ihre Nebenwirkungen.
So kommt es, dass die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche, obwohl illegal, hoch ist. Ein Drittel der Patientinnen in den Geburtshilfeeinrichtungen sucht diese aufgrund von Schwangerschaftsabbrüchen auf. Und ein Drittel der Todesfälle in den Geburtshilfeeinrichtungen ereignen sich in der Folge von Schwangerschaftsabbrüchen.

Ein Mädchen erhält eine Behandlung gegen die Cholera im Ärzte der Welt Zentrum. Foto: Benoît Guénot
Ein Mädchen erhält eine Behandlung gegen die Cholera im Ärzte der Welt Zentrum. Foto: Benoît Guénot

News

Auf Haiti werden Hygieneartikel und Medikamenten an Patientinnen ausgegeben. Foto: Ärzte der Welt
16.10.2016

Die Folgen des Hurricans Matthew in Haiti sind gravierend: Knapp 1,5 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Viele Familien haben alles verloren: Ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage. Ärzte der Welt versorgt Verletzte und kämpft gegen eine Ausweitung der Cholera.

Unsere Hilfe

KRISENOPFER

Kampf gegen die Cholera

    Die Leitung der Cholera-Behandlungszentren in Grand’Anse wurde 2012 offiziell dem Gesundheitsministerium des Departements übergeben. Ärzte der Welt leistet noch weitreichende Unterstützung, vor allem in den oft unzugänglichen ländlichen Gebieten. Mittlerweile kann sofort reagiert werden, wenn Neuerkrankungen gemeldet werden. Es ist uns gelungen, ein Frühwarnsystem aufzubauen und so die epidemiologische Kontrolle deutlich zu verbessern.Sobald neue Ausbruchsherde bekannt werden, wird von der Bezirkshauptstadt Jérémie aus eines unserer drei Notfallteams entsandt. Neben der medizinischen Betreuung der Erkrankten sensibilisieren die Teams die Bevölkerung für die Ausbreitungswege der Cholera und klären über Schutzmaßnahmen auf.

      Parallel zur humanitären Hilfe leistet Ärzte der Welt Hilfe beim Wiederaufbau eines leistungsfähigen Gesundheitssystems und unterstützt Forderungen nach kostenloser Gesundheitsversorgung von Kindern und Schwangeren.

      Im Oktober 2016 verwüstete Hurrikan Matthew große Teile des Landes und eine neue Cholera-Epidemie brach aus – schätzungsweise 50.000 Menschen waren bis zum Ende des Jahres infiziert. Ärzte der Welt flog kurzfristig über 15 Tonnen medizinisches Material nach Haiti ein: davon zehn Tonnen medizinische Sets zur Cholera-Behandlung, drei Tonnen für die Erstversorgung, 2,6 Tonnen Hygienesets und Sets zur Behandlung von Kindern bzw. zur Geburtshilfe.

      Ärzte der Welt setzt sich für eine kostenlofreie Gesundheitsversorgung für schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren ein. Foto: Benoît Guenot
      Ärzte der Welt setzt sich für eine kostenlofreie Gesundheitsversorgung für schwangere Frauen und Kinder unter fünf Jahren ein. Foto: Benoît Guenot

      Frauen & Kinder

      Familienplanung und Selbstbestimmung

        In Port-au-Prince ist Ärzte der Welt eine Partnerschaft mit zwei lokalen Organisationen eingegangen: POZ (Promotion zéro sida) und SOFA (Solidarité des femmes haïtiennes).Gemeinsam bieten wir Frauen Angebote rund um Familienplanung, Schwangerschaftsvorsorge und Geburt an. Unprofessionelle und gefährliche Schwangerschaftsabbrüche sollen durch eine bessere Information der Frauen vermieden werden.

        Ebenso lernt das medizinische Personal, die Folgen nicht fachgemäßer Abbrüche zu erkennen und zu behandeln.

        Auf politischer Ebene sind wir in Kontakt mit einem breiten Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen. Ärzte der Welt unterstützt deren Forderung nach der Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und sexueller Selbstbestimmung der Frauen.

        Medizinische Grundversorgung von Schwangeren, Müttern und Kindern in Haiti. Foto: Olivier Papegnies
        Medizinische Grundversorgung von Schwangeren, Müttern und Kindern in Haiti. Foto: Olivier Papegnies

        Frauen & Kinder

        Mutter- und Kind Gesundheit

         

        Auch im Departement Grand’Anse ist die Gesundheitsbildung ein Schwerpunkt der Arbeit von Ärzte der Welt. Der Wissenstransfer muss auf drei Ebenen erfolgen: In der Bevölkerung, beim medizinischen Personal und auf politischer Ebene. Wir unterstützen zivilgesellschaftliche Strukturen wie Müttergruppen, Gemeindearbeiterinnen und Frauenorganisationen darin, Wissen weiterzugeben und ihren Forderungen politisches Gewicht zu geben.

        Überleben nach dem Sturm. Foto: Oliver Papegnies
        Überleben nach dem Sturm. Foto: Oliver Papegnies
        Rückblick
        1989
        Programm zur Reduzierung der Kindersterblichkeit in Grand'Anse
        1994
        Programm zu geschlechterbasierter Gewalt in Port-au-Prince
        2010
        Nothilfe in sechs Vierteln von Port-au-Prince gegen Cholera-Epidemie nach Erdbeben
        2012
        Ärzte der Welt intensiviert Aktivitäten nach Wirbelsturm Sandy
        2013
        Hilfe bei Wiederaufbau der medizinischen Infrastruktur
        2014
        Start des Programms für ungewollte Schwangerschaften in Port-au-Prince
        2016
        Nothilfe nach Hurrikan Matthew, 1,5 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe

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