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 Ärzte der Welt-Mitarbeiterinnen in der Ukraine

Zugespitzte Lage in Donezk und Luhansk

Zugespitzte Lage in Donezk und Luhansk

 

Nach dem Aufmarsch russischer Truppen an der Grenze zur Ukraine gehen die politischen Bemühungen weiter, die angespannte Lage zu entschärfen. Ärzte der Welt warnt vor einer möglichen weiteren Eskalation des Konflikts und steht der betroffenen Bevölkerung so gut wie möglich bei.

Die Intensität des Granatenbeschusses nahe der Kontaktlinie zwischen von der Regierung kontrollierten und nicht von der Regierung kontrollierten Gebieten in der Ostukraine hat in den vergangenen Wochen zugenommen. So berichten es die Ärzte der Welt-Teams in den ostukrainischen Regierungsbezirken Donezk und Luhansk. Sie befürchten nun, dass sich auch die humanitäre Situation weiter zuspitzt. Schon heute hat der Konflikt drastische Auswirkungen auf die Bevölkerung, die zu einem großen Teil aus älteren Menschen besteht.

Massiver Fachkräftemangel erschwert Versorgung

Dazu kommen zahlreiche durch den Konflikt bedingte oder verschärfte Faktoren, die die Gesundheitsstrukturen vor Ort massiv schwächen:

Besonders problematisch ist der Mangel an gut ausgebildetem Gesundheitspersonal. Zahlreiche Fachkräfte haben die Region aufgrund des Konflikts verlassen und das staatliche Vergütungssystem bietet keine ausreichenden Anreize für Ärzt*innen und andere medizinische Fachkräfte, in der Region zu arbeiten. Auch sind nicht genügend Apotheken vorhanden und viele Menschen können sich benötigte Medikamente nicht leisten – zumal die Preise deutlich gestiegen sind. Zusätzlich erschweren die regelmäßigen Ausfälle der Wasser-, Strom- und Internetversorgung es, qualitativ hochwertige Gesundheitsdienste bereitzustellen.

Die Coronapandemie macht die Lücken in der Versorgung noch akuter spürbar. So gibt es zum Beispiel nur eine sehr begrenzte Anzahl von Intensivbetten und diese befinden sich oft in weit entfernten Krankenhäusern. Dort mangelt es an Sauerstoff zur Beatmung von Covid-19-Patient*innen und die Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle sind in vielen Gesundheitseinrichtungen unzureichend.

Politische Empfehlungen

Ärzte der Welt hat die Probleme der medizinischen Versorgung im Osten der Ukraine und ihre Ursachen analysiert.

Lesen Sie hier den Bericht zur Gesundheitsversorgung in der Ostukraine in englischer Sprache:

 

Auf Basis dieser Erkenntnisse appellieren wir an politische Entscheidungsträger*innen, unter anderem folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  • Eine angemessene Bezahlung des medizinischen Personals sicherstellen, welche die Qualität der erbrachten Leistung und die erschwerten Arbeitsbedingungen in der Region berücksichtigt
  • Regierungsprogramme auf den Weg bringen, um weitere Fachkräfte zu gewinnen
  • eine großangelegte Kampagne, die Patient*innen über ihre Rechte und staatliche Angebote, zum Beispiel zur Gesundheitsvorsorge, informiert
Was wir tun
  • Zwei mobile Teams, bestehend aus einer*einem Allgemeinmediziner*in, Hebamme, Psycholog*in und Apotheker*in, bieten medizinische Grundversorgung an.
  • Ein*e Psycholog*in und eine Hebamme begleiten lokale Hausärzt*innen zu Patient*innenbesuchen an abgelegenere Orte.
  • Wir bieten individuelle und Gruppensitzungen zur psychosozialen Versorgung.
  • Wir stellen Medikamente und medizinisches Material bereit und
  • organisieren Fortbildungen für das Gesundheitspersonal sowie
  • Informationsveranstaltungen zu Gesundheitsthemen für die lokale Bevölkerung.
  • Gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation arbeiten wir außerdem daran, die Lebens- und Gesundheitssituation von HIV-positiven Frauen und Drogennutzerinnen zu verbessern.

Unser Projekt in der Ukraine wird vom Auswärtigen Amt und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert.

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