Geberkonferenz für Afghanistan

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Kind in Afghanistan. Foto: Stéphane Lehr.

Die Hilfe muss bei den Menschen ankommen! [Update]

Die Hilfe muss bei den Menschen ankommen! [Update]

 

Die UN-Geberländer haben 1,2 Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe in Afghanistan zugesichert. Nun müssen alle Beteiligten dafür sorgen, dass das Geld bei den Menschen ankommt, die es am nötigsten brauchen.

Es ist eine Zahl, die nur schwer greifbar ist und sich doch unmittelbar auf das Leben von Millionen Menschen auswirken wird:  1,2 Milliarden US-Dollar wollen die UN-Geberstaaten für die humanitäre Hilfe in Afghanistan zur Verfügung stellen.  Das Geld wird dringend benötigt, denn der hastige Abzug ausländischer Truppen und die darauffolgende Machtübernahme der islamistischen Taliban haben die afghanische Zivilbevölkerung großen Gefahren ausgesetzt. Frauen und Kinder leiden besonders unter den Konsequenzen. Ihre Gesundheit und ihre Rechte sind massiv bedroht.

Schon jetzt brauchen mehr als 18 Millionen Menschen in Afghanistan humanitäre Unterstützung, 14 Millionen sind von Nahrungsmittelunsicherheit und Hunger betroffen. Fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren könnten im kommenden Jahr akut unterernährt sein. Dürre und Inflation verschlimmern die Ernährungssituation zusätzlich. Der Bruch in den Verwaltungsabläufen und die zu erwartende Wirtschaftskrise wird vor allem für Frauen und Mädchen den Zugang zu Gesundheitsversorgung deutlich erschweren. Vor allem die sexuelle und reproduktive Gesundheit und die damit verbundenen Rechte sind angesichts der neuen Machthaber enorm gefährdet.

Die bereits existierende und sich voraussichtlich weiter verschärfende humanitäre Krise zeigt, dass die internationale Gemeinschaft in Afghanistan bisher völlig versagt hat. Ärzte der Welt fordert, nun alles daranzusetzen, dass die zugesicherten Mittel die Menschen in Afganistan nun so schnell wie möglich erreichen.

Daneben rufen wir dazu auf:

  • dass alle Afghan*innen sich frei bewegen und Asyl beantragen können, wo immer sie wollen
  • sichere Fluchtwege zu schaffen
  • alle Abschiebungen nach Afghanistan dauerhaft zu stoppen
  • alle Menschen, die Gewalt und Verfolgung durch die Taliban fürchten müssen, so schnell wie möglich zu evakuieren - darunter Frauen, die im Gesundheits- oder NGO-Bereich gearbeitet haben
  • für alle Afghanen, wo immer sie auch sind, Zugang zu umfassenden medizinischen Leistungen, einschließlich psychologischer Versorgung, zu gewährleisten.
  • die Sicherheit von medizinischem und humanitärem Personal in Afghanistan zu garantieren
  • den Zugang für humanitäres Personal und Hilfslieferungen zu den Menschen, die sie brauchen, sicherzustellen - vor allem für Frauen, Kinder, Menschen mit Behinderung und psychischen oder anderen Erkrankungen sowie für intern Vertriebene.

Hintergrund: Ärzte der Welt war von 1980 bis 2012 in Afghanistan aktiv – zunächst heimlich –, da die gesundheitliche Lage der Menschen nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen immer kritischer wurde. Mehrere hundert Ärzt*innen, Krankenpfleger*innen und andere medizinische Fachkräfte bemühten sich in den folgenden Jahren darum, Menschen in abgelegenen Gebieten einen Zugang zu Gesundheitsversorgung zu ermöglichen. Ab 2006 konzentrierte sich die Arbeit von Ärzte der Welt vor allem auf die Behandlung und Betreuung von Drogenkonsument*innen und die Prävention und Behandlung von HIV/Aids und Hepatitis C.

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