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Ärzte der Welt im Jemen. Foto: Ärzte der Welt

Jemen: Zivilisten zwischen den Fronten

 

Das jemenitische Gesundheitssystem war schon zu Beginn des Krieges geschwächt – inzwischen ist über die Hälfte der medizinischen Infrastruktur zerstört. Ärzte der Welt bemüht sich in 13 Gesundheitseinrichtungen, wenigstens einen Teil des riesigen Bedarfs zu decken.

Die Krise im Jemen spitzt sich kontinuierlich zu. Anfang August tötete ein Luftangriff auf einen Schulbus mindestens 50 Menschen, unter ihnen waren fast nur Kinder und Jugendliche auf dem Weg in eine Sommerschule. Der Krieg wird durch die vielen grausamen Anschläge weiter vorangetrieben und reißt immer mehr unschuldige Menschen in den Tod. Der blutige Angriff auf wehrlose Kinder demonstriert, wie der Bürgerkrieg das Land immer weiter zerreißt.

Sowohl im Süden als auch im Norden wird es für die Bevölkerung immer schwerer, Hilfe zu bekommen. In den verbliebenen Gesundheitseinrichtungen mangelt es häufig an Medikamenten, Personal, medizinischer oder technischer Ausrüstung und Treibstoff.  Einige befinden sich in Gegenden, die aufgrund der Luftangriffe inzwischen zu gefährlich sind, um dorthin zu gelangen.

Die Teams konzentrieren sich vor allem auf Menschen, die besondere Unterstützung benötigen

Seit 2016 betreibt Ärzte der Welt in den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb 13 Gesundheitseinrichtungen, davon zwei Krankenhäuser. Die Teams konzentrieren sich ganz besonders auf Kinder unter fünf Jahren, auf Schwangere und stillende Müttersowie andere Menschen, die besondere Unterstützung benötigen.
Ziel ist es, den Zugang zu einer kostenlosen, umfassenden medizinischen Grundversorgung und psychologischer Versorgung zu verbessern und Mangelernährung zu bekämpfen.

Im ersten Halbjahr 2018 haben die Teams von Ärzte der Welt
  • 75.000 Konsultationen zur Basisgesundheit durchgeführt, davon waren
  • 7.000 Schwangerschaftsvorsorgen
  • 120 ehrenamtliche Gesundheitsberater aus dem Gemeinden  ausgebildet, die Wissen zur Hygiene und Vermeidung von Krankheiten weitergeben
  • 16.500 Beratungen zur mentalen Gesundheit in Einzel- und Gruppensitzungen abgehalten
  • 9.000 Kinder auf Mangel- und Unterernährung untersucht

 

Gleichzeitig arbeitet Ärzte der Welt daran, Notfallpatienten besser an spezialisierte medizinische Einrichtungen weiter zu verweisen. Eine große Herausforderung dabei ist, dass etwa die Hälfte der medizinischen Infrastruktur zerstört ist. Ärzte der Welt betreibt in Dschibuti, auf der anderen Seite des Golfs von Aden, eine Basis, um schnell auf veränderten Hilfebedarf reagieren zu können.

Ärzte der Welt plant, auch im Süden des Landes aktiv sein

Aufgrund der desaströsen Situation für die Bevölkerung haben die Behörden in Aden, der viertgrößten Stadt im Jemen, internationale Hilfsorganisationen um Hilfe im Süden des Landes angefragt. Teams von Ärzte der Welt haben im April die Herausforderungen und Bedürfnisse der Bevölkerung untersucht, Akteure in der Region identifiziert und Einsatzmöglichkeiten ermittelt. Mitte Juli soll eine Sondermission vor Ort die Ausrichtung und Ziele der Einsetze festzulegen. Im Oktober soll das Projekt im Süden des Landes beginnen.

 

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt und Sternstunden unterstützt.
Um unsere wichtige Arbeit im Jemen weiter fortführen zu können, sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Bitte helfen Sie.

 

In den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb betreibt Ärzte der Welt 13 Gesundheitsstationen,  davon zwei Krankenhäuser.
In den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb betreibt Ärzte der Welt 13 Gesundheitsstationen, davon zwei Krankenhäuser.

 

Hintergrund

Saudi-Arabien und seine Verbündeten, die die international anerkannte Regierung Jemens unterstützen, verhindern durch eine Luft- und Seeblockade seit Monaten die Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten in das Land. Die humanitäre Situation ist nach jahrelangen Kämpfen katastrophal. 16,4 Millionen Menschen haben keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Durch den Bürgerkrieg und die Bombardierungen sind nur die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen derzeit funktionstüchtig, und auch diese sind von der Medikamentenknappheit und dem Mangel an Personal und Ausrüstung betroffen.

Im Juni 2018 startete eine von Saudi-Arabien angeführte Militäraktion an der Westküste. Dieser Vorstoß, den strategisch wichtigen Hafen Hodeidah einzunehmen, droht die humanitäre Situation im Jemen zu verschlimmern: Da die Flughäfen und viele Landwege gesperrt sind, kommen die meisten Lieferungen über den Hafen ins Land. Die andauernden Kämpfe und Luftangriffe haben bereits zwei Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Gerade Frauen, Kinder und Menschen, die auf besondere Hilfe angewiesen sind, sind gefährdet, auch durch Familientrennungen, Übergriffe, Ausbeutung und die psychische Belastung, der sie durch den jahrelangen Krieg ausgesetzt sind.

 

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