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Kinder bei einem Gesundheitszentrum in Lagahida in Äthiopien. Foto: Ärzte der Welt

Äthiopien: Vorbereitung auf Covid-19

Äthiopien: Vorbereitung auf Covid-19

In der Somali-Region wurden bisher nur wenige Covid-19-Fälle gemeldet. Ein Ausbruch der Pandemie könnte aber aufgrund der mangelhaften medizinischen Versorgung verheerende Folgen haben. Wir helfen, das Gesundheitssystem für eine eventuelle Infektionswelle zu vorzubereiten und treffen Sicherheitsvorkehrungen. In der Hauptstadt Addis Abeba beginnen wir gerade ein neues Projekt zum Schutz vor Covid-19.

In Äthiopien ist Ärzte der Welt unter anderem in der Somali-Region im Südosten des Landes in der Provinzhauptstadt Jijiga und in Garbo tätig. Die Somali-Region ist fast zehnmal größer als Nordrhein-Westfalen und gehört zu einer der ärmsten des Landes. Weite Teile sind nur schwer erreichbar und die großen Distanzen machen eine flächendeckende medizinische Versorgung zur Herausforderung. Doch vielleicht genau dank dieser Abgeschiedenheit ist dieser Teil des Landes bisher von einer starken Ausbreitung des Corona-Virus verschont geblieben. Die Hoffnung besteht, dass die Infektionskrankheit aufgrund der Weitläufigkeit und damit weniger menschlicher Kontakte eingedämmt bleiben kann.

Nichtsdestotrotz wurden nun erste Fälle in der Provinzhauptstadt Jijiga gemeldet. Südostäthiopien wurde im vergangenen Jahrzehnt mehrmals von Gewaltausbrüchen und von schweren Dürreperioden heimgesucht, die zu erheblicher Ernährungsunsicherheit, Mangelernährung, Vertreibungen und auch Epidemien beigetragen haben. Außerdem könnten mangelnde Hygienestandards, fehlender Zugang zu sauberem Wasser und Informationen  über das Virus eine Covid-19-Infektionswelle in der Region trotz der Abgeschiedenheit begünstigen. Die Gesundheitsversorgung ist dort schon unter normalen Umständen schwierig. Große Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Sollte sich die Krankheit hier ausbreiten, könnte das katastrophale Folgen für die Menschen haben.

Addis Abeba besonders betroffen

Die Hauptstadt Äthiopiens Addis Abeba ist die am stärksten betroffene Region des Landes. Hier wurden 85 Prozent der Corona-Fälle gemeldet. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte und mangelnden Möglichkeiten zu Hygiene ist die Millionenstadt besonders von einer schnellen Ausbreitung des Virus gefährdet. Die Kapazität des Gesundheitssystems und die Verfügbarkeit von wichtigen Versorgungsgütern ist gering. Die Menschen in den informellen Siedlungen am Stadtrand und in Gebieten mit schlechten Umwelt- und Hygienebedingungen sind besonders gefährdet.

Covid-19-Prävention: Was wir tun

Ärzte der Welt unterstützt lokale Gesundheitseinrichtungen der Somali-Region mit Schutz- und Hygienematerial sowie medizinischen Geräten. Das Projektteam arbeitet mit dem Gesundheitsbüro in Garbo zusammen, um eine ordnungsgemäße und sichere Triage am Eingang des Gesundheitszentrums einzurichten und einen angemessenen Isolationsbereich für eventuelle Verdachtsfälle vorzubereiten.

Die Wasser-, Sanitärversorgung- und Hygiene-Maßnahmen, die wir mit unserem lokalen Partner OWDA in der Somali-Region sowieso zur Erhöhung der Hygienestandards durchführen, werden im Zuge der Corona-Bekämpfung intensiviert. Dazu gehören die Einrichtung von Handwaschstationen und die Versorgung mit sauberem Wasser, Desinfektion sowie die Verbesserung der Abfallentsorgung.

In Addis Abeba fangen wir gerade zusammen mit der Internationalen Nichtregierungsorganisation CUAMM an, ein funktionierendes Covid-19-Isolations- und Behandlungszentrum einzurichten. Außerdem unterstützen wir besonders gefährdete Nachbarschaften (hohe Bevölkerungsdichte, schlechte Hygiene, Armut, vernachlässigte Gebiete) mit Sensibilisierungs- und gesundheitsfördernden Maßnahmen sowie Hygienematerial. Hier arbeiten wir eng mit dem Gesundheitsbüro von Addis Abeba zusammen. Um unser lokales wie internationales Personal vor Ort zu schützen, arbeiten unsere koordinierenden lokalen Mitarbeitenden so weit möglich aus dem Home Office und verzichten auf Inlandsreisen.

 

Bei unserer Arbeit in Äthiopien werden wir vom Auswärtigen Amt unterstützt. Dennoch sind wir auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen. Bitte helfen Sie mit einer Spende.


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