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Viele Menschen im Nordosten Äthiopiens leben Halbnomaden, von einer bescheidenen Landwirtschaft. Foto: Quentin Top

Afar-Frauen: Gegen Genitalverstümmelung in Äthiopien.

Äthiopien

98 %

der Afar-Frauen sind genitalverstümmelt

Die Situation

Ärzte der Welt ist seit 1986 in mehreren Regionen des Landes tätig. Derzeit liegt der regionale Schwerpunkt in der Afar-Region und der Somali-Region, die zu den ärmsten Provinzen Äthiopiens gehören.

 

Die Afar sind ein Volk in Äthiopien, Eritrea und Dschibuti. Die Menschen leben nomadisch oder halbnomadisch und vom Handel mit Salz und Kath. Die meisten Afar leben bescheiden, viele in Armut. Die Wenigsten können Lesen und Schreiben. Fast alle Frauen der Afar werden Opfer von Genitalverstümmelungen.

Bis 2021 setzt Ärzte der Welt dort ein Programm zur Gesundheitsversorgung von Sexarbeiter*innen umgesetzt. Seit 2018 führt Ärzte der Welt gemeinsam mit einer lokalen NGO auch ein Projekt für sexuelle und reproduktive Gesundheit und gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in Afar durch.

 

Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes kämpfen wir in der von Krisen und Klimawandel betroffenen Somali-Region ebenfalls mit einem lokalen Partner für eine bessere lebensrettende Gesundheitsversorgung in der Nogob Zone. Wir behandeln vor allem Kinder mit Mangel- oder Unterernährung und fördert den Zugang zu sauberem Wasser in den Gesundheitseinrichtungen.

 

 

 

 

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In ein armes Land fahren und dort helfen – so einfach funktioniert Entwicklungszusammenarbeit nicht. Unsere Kollegin Mariam Janssen-Yousaf erklärt was untersucht werden muss, damit ein Projekt später wirklich den Menschen hilft.

News

Kinder bei einem Gesundheitszentrum in Lagahida in Äthiopien. Foto: Ärzte der Welt
09.05.2020

In der Somali-Region wurden bisher nur wenige Covid-19-Fälle gemeldet. Ein Ausbruch der Pandemie könnte aber aufgrund der mangelhaften medizinischen Versorgung verheerende Folgen haben. Wir helfen, das Gesundheitssystem für eine eventuelle Infektionswelle zu vorzubereiten und treffen Sicherheitsvorkehrungen. In der Hauptstadt Addis Abeba beginnen wir gerade ein neues Projekt zum Schutz vor Covid-19.

Kinder in Äthiopien im Afar-Gebiet. Ärzte der Welt setzt sich dort gegen die weibliche Genitalverstümmelung ein. Foto: Ärzte der Welt
24.01.2018

Nirgendwo in Äthiopien sterben so viele Babys und junge Frauen wie in der Afar-Region im Nordosten des Landes. Grund dafür ist eine extreme Form der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). Ärzte der Welt führt zusammen mit lokalen Partnern ein Projekt durch, das einen Bewusstseinswandel bei der lokalen Bevölkerung bewirken soll. Unsere Kollegin Mariam Janssen-Yousaf war vor Ort.

Mädchen werden in der Region Afar schon kurz nach der Geburt genitalverstümmelt. Foto: Ärzte der Welt
05.08.2016

Afar im Nordosten Äthiopiens zählt zu den heißesten Regionen der Erde. Die Menschen dort sind bitterarm, als Halbnomaden leben sie von einer bescheidenen Landwirtschaft. Wie in vielen Teilen Afrikas besteht auch in Afar die jahrhundertealteTradition, Mädchen zu beschneiden. Ärzte der Welt engagiert sich seit 2014 gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Projektreferentin Mariam Janssen-Yousaf berichtet.

Unsere Hilfe

FRAUEN & KINDER

Nein zur Genitalverstümmelung

Ärzte der Welt sensibilisiert in Zusammenarbeit mit der einheimischen Nichtregierungorganisation ACISDA die Bevölkerung für die Gesundheitsrisiken der weiblichen Beschneidung. Ausgebildete Mediatorinnen organisieren Gesprächsgruppen und Workshops für Schülerinnen, junge Mütter oder schwangere Frauen. Besonders wichtig und nachhaltig ist, dass auch religiöse Führer, Clan-Chefs und Lehrkräfte in diese Arbeit eingebunden werden.

Neben der Aufklärungsarbeit unterstützen wir von Ärzte der Welt die Afar in Äthiopien auch praktisch: Das medizinische Personal wird für die Gesundheitsrisiken sensibilisiert und medizinisch darin geschult, die Infibulation soweit wie möglich rückgängig zu machen.
Parallel dazu statten wir Gesundheitsstationen mit Medikamenten und Geburtshilfesets aus.

 

Bei den Afar sind über 90 Prozent der Mädchenbeschnitten. Das verursacht oft schwere gesundheitliche Probleme. Foto: Ärzte der Welt
Bei den Afar sind über 90 Prozent der Mädchenbeschnitten. Das verursacht oft schwere gesundheitliche Probleme. Foto: Ärzte der Welt
Rückblick
1997
Unterstützung des lokalen Gesundheitssystems in der Region Afar, Dubti Distrikt. Das Programm wurde im Jahr 2000 beendet.
2000
Programm zur Fortbildung von Chirurgen in Addis Abeba et Aksum
2008
Einsatz zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung in der Region Somali. Das Programm wurde 2011 abgeschlossen
2014
Beginn des Programmes gegen Genitalverstümmelung
2015
Noteinsatz für eriträische Flüchtlinge

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