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Viele Menschen im Nordosten Äthiopiens leben Halbnomaden, von einer bescheidenen Landwirtschaft. Foto: Quentin Top

Afar-Frauen: Gegen Genitalverstümmelung in Äthiopien.

Äthiopien

98 %

der Afar-Frauen sind genitalverstümmelt

Die Situation

Die Afar sind ein Volk in Äthiopien, Eritrea und Dschibuti. Die Stämme leben nomadisch oder halbnomadisch und vom Handel mit Salz und Kath. Die meisten Afar leben bescheiden, viele in Armut. Die Wenigsten können Lesen und Schreiben. Fast alle Frauen der Afar werden Opfer von Genitalverstümmelungen.
Die invasivste Form der weiblichen Beschneidung  ist die Infibulation. Über die Entfernung der Klitoris und der kleinen Schamlippen (Exzision) hinaus werden hierbei auch die großen Schamlippen fast vollständig verschlossen. Im südlichen Afar-Gebiet in Äthiopien werden diese Verstümmelungen traditionell in der ersten Lebenswoche der weiblichen Babys durchgeführt.

Die Praxis verursacht bei Frauen häufig schwere gesundheitliche Probleme wie Schmerzen beim Urinieren, ausbleibende Menstruation, Infektionen, Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr, Unfruchtbarkeit sowie Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt, die bis zum Tod von Mutter oder Kind führen können.

Es ist von grundlegender Bedeutung, dass die Impulse für die Abschaffung der Beschneidung aus den eigenen Reihen der Afar kommen.

Bei den Afar sind über 90 Prozent der Mädchenbeschnitten. Das verursacht oft schwere gesundheitliche Probleme. Foto: Ärzte der Welt
Bei den Afar sind über 90 Prozent der Mädchenbeschnitten. Das verursacht oft schwere gesundheitliche Probleme. Foto: Ärzte der Welt

News

Mädchen werden in der Region Afar schon kurz nach der Geburt genitalverstümmelt. Foto: Ärzte der Welt
05.08.2016

Afar im Nordosten Äthiopiens zählt zu den heißesten Regionen der Erde. Die Menschen dort sind bitterarm, als Halbnomaden leben sie von einer bescheidenen Landwirtschaft. Wie in vielen Teilen Afrikas besteht auch in Afar die jahrhundertealteTradition, Mädchen zu beschneiden. Ärzte der Welt engagiert sich seit 2014 gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Projektreferentin Mariam Janssen-Yousaf berichtet.

Ein Afar Mädchen in Äthiopien. Foto: Hagmann
04.02.2015

6. Februar 2015. Internationaler Tag der Nulltoleranz gegenüber der Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen: Ärzte der Welt engagiert sich seit 2014 in der äthiopischen Region Afar gegen die genitale Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen. Erste Erfolge des Projekts sind bereits sichtbar – wie die Geschichte von Mendiha Ali und ihrer Familie zeigt.

Unsere Hilfe

FRAUEN & KINDER

Nein zur Genitalverstümmelung

Ärzte der Welt sensibilisiert in Zusammenarbeit mit der einheimischen Nichtregierungorganisation ACISDA die Bevölkerung für die Gesundheitsrisiken der weiblichen Beschneidung. Ausgebildete Mediatorinnen organisieren Gesprächsgruppen und Workshops für Schülerinnen, junge Mütter oder schwangere Frauen. Besonders wichtig und nachhaltig ist, dass auch religiöse Führer, Clan-Chefs und Lehrkräfte in diese Arbeit eingebunden werden.

Neben der Aufklärungsarbeit unterstützen wir von Ärzte der Welt die Afar in Äthiopien auch praktisch: Das medizinische Personal wird für die Gesundheitsrisiken sensibilisiert und medizinisch darin geschult, die Infibulation soweit wie möglich rückgängig zu machen.
Parallel dazu statten wir Gesundheitsstationen mit Medikamenten und Geburtshilfesets aus.

Dieses Programm wird von Sternstunden mitfinanziert.

Rückblick
1997
Unterstüttung des lokalen Gesundheitssystems in der Region Afar, Dubti Distrikt. Das Programm wurde im Jahr 2000 beendet
2000
Programm zur Fortbildung von Chirurgen in Addis Abeba et Aksum
2008
Einsatz zur Verbesserung der medizinischen Grundversorgung in der Region Somali. Das Programm wurde 2011 abgeschlossen
2014
Beginn des Programmes gegen Genitalverstümmelung
2015
Noteinsatz für eriträische Flüchtlinge

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