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Hebamme versorgt junge Mutter in Togo. Foto: Ärzte der Welt

Ärzte der Welt: Gesundheit für Mutter und Kind in Togo

Togo: Gesundheit für Mutter und Kind

Seit 2012 engagiert sich Ärzte der Welt in Togo in der Aus- und Weiterbildung von Hebammen. Ziel ist es, Schwangere, Mütter und ihre Babys in den ländlichen Gebieten besser medizinisch zu versorgen. Projektreferentin Carolin Bader war vor Ort und ist von der Praxisnähe der Ausbildung und dem Engagement der Projektpartner begeistert.

„2017 treten zehn Stipendiatinnen ein einjähriges geburtshilfliches Praktikum in Gesundheitsstationen im Norden Togos an. Wir unterstützen die Frauen mit unserem Netzwerk, bringen sie mit erfahrenen Mitarbeitern zusammen und statten das Projekt mit medizinischem Material aus. Alle Stipendiatinnen gehen in ländliche Gebiete, wo ihre Hilfe am dringendsten benötigt wird.

Ich konnte bei meinem Besuch in der Gesundheitsstation eine Unterrichtseinheit für die Auszubildenden im Praktikum miterleben. Während des Praktikums treffen sich alle Schülerinnen einmal pro Woche. Eine Schülerin stellt einen Fall aus ihrer Arbeit vor und alle diskutieren, ob und wie damit umgegangen wurde: War der Geburtstermin richtig berechnet? Waren die Maßnahmen während der Geburt richtig und sinnvoll? So lernen alle Schülerinnen an aktuellen und echten Fällen und werden durch den Austausch fachlich und persönlich gestärkt.

Ich bin vielen engagierten Menschen in unserem Projekt begegnet, zum Beispiel Lami S., einer Hebamme in der Gesundheitsstation in Ahépé. Seit fast fünf Jahren arbeitet sie als staatliche Volontärin und verdient damit nur etwa ein Drittel vom Gehalt einer regulär angestellten Hebamme. Ganz allein versorgt und pflegt sie unzählige Frauen und deren Kinder. Lami S. hat einen Heilpflanzengarten angelegt und leitet die Frauen aus der Gemeinde bei dessen Pflege und der Verwendung der Pflanzen an. Um Mangelernährung bei den Babys vorzubeugen, stellt sie ein spezielles Mehl für die Säuglinge und Kleinkinder her.

Auch die Lehrenden an den Schulen wollen wirklich etwas bewegen: In der Schule in Sokodé gibt es Klassen mit 150 Schülern. Dennoch versuchen die Lehrer, das Beste aus der Situation zu machen und setzen sich sehr ein, trotz des schlechten Personalschlüssels, des fehlenden Unterrichtsmaterials und der mangelhaften Finanzierung der Schulen. Alle freuen sich über die Unterstützung und die Wertschätzung, die sie durch die Hilfe von Ärzte der Welt erfahren. Und wir freuen uns sehr, so viele engagierte Menschen in unserem Projekt zu haben.

Ein wichtiger Programmpunkt während meiner Reise war das Treffen mit mehreren Mitarbeitern des Gesundheitsministeriums, auch mit dem Gesundheitsminister selbst. Die Zusammenarbeit ist hervorragend. Der Gesundheitsminister ist selbst Arzt und war lange Leiter der Krankenpflegeschule in Lomé. Er weiß also genau, worum es geht und ist sehr interessiert. Die aufgeschlossene Haltung des Ministeriums gegenüber Ärzte der Welt ist eine großartige Unterstützung. Das Engagement so vieler Menschen ist eine solide Basis für den weiteren erfolgreichen Verlauf des Projekts – davon bin ich nach meinem Besuch in Togo überzeugt.“

So hilft Ärzte der Welt

Ärzte der Welt startete das Projekt zur Aus- und Weiterbildung von Hebammen, um die Versorgung von Schwangeren, Müttern und ihren Babys in den ländlichen Gebieten zu verbessern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau des praktischen Unterrichts und der Praktika im strukturschwachen Norden. Ärzte der Welt stellt Unterrichts- und Übungsmaterial zur Verfügung und bietet Fort- und Weiterbildungen für das Schul- und Lehrpersonal an. Das Projekt wird an drei Standorten durchgeführt: in der Hauptstadt Lomé, in Sokodé in der Zentralregion und in der im Norden gelegenen Stadt Kara.

Das Projekt von Ärzte der Welt wird zum großen Teil von „Sternstunden“, der Spendenaktion des Bayerischen Rundfunks, und von der Olympus Europa Stiftung finanziert.