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Lea Gelfert. Foto: privat

Lea Gelfert: Hilfe möglich machen

 

Gerade volljährig ging Lea Gelfert für ein Jahr nach Kamerun, um an einer Schule zu arbeiten. Im Interview erzählt die Referentin für Fundraising, wie sehr sie diese Erfahrung geprägt hat und worum es im Dialogmarketing bei Ärzte der Welt geht.

Bevor Du an eine Arbeit bei einer NGO gedacht hast, hat es Dich erstmal ganz woanders hingezogen.

Lea Gelfert: Nach dem Abitur wollte ich unbedingt raus in die Welt und etwas Neues kennenlernen. So bin ich direkt nach der Schule für ein knappes Jahr für einen Freiwilligendienst nach Kamerun gegangen. In Douala, der Wirtschaftsmetropole und größten Stadt des Landes, habe ich zusammen mit einer anderen Freiwilligen in einer weiterführenden Schule gearbeitet. Die Kinder konnten Deutsch als Schulfach wählen, und wir haben dafür den Schnupperunterricht gegeben. Das war schön und gleichzeitig herausfordernd. In einer Klasse waren etwa 60 bis 80 Kinder und so war ich froh, dass die Lehrerin auch im Klassenzimmer war und für Ordnung gesorgt hat.

Zusätzlich waren wir zeitweise in einer kleineren Organisation, die Computerkurse für Menschen mit körperlicher Behinderung angeboten hat, damit diese mit den neuen Fähigkeiten und Kenntnissen leichter Arbeit finden. Beides waren prägende und spannende Erfahrungen.

Inwiefern hat dich diese Zeit geprägt?

Nachdem ich selbst erfahren habe, wie es ist, fremd zu sein und die Kultur nicht zu kennen, kann ich heute die Lebensrealität von vielen Menschen, die in Deutschland neu sind, ein kleines bisschen nachempfinden. Aber mir ist bewusst, dass das natürlich für jede Person anders ist, auch abhängig davon, woher sie stammt und welche Erfahrungen sie gemacht hat.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich einen anderen Blick auf mein eigenes Leben dazugewonnen habe. Das hilft mir auch jetzt noch im Alltag und dabei, mich immer wieder daran zu erinnern, wie gut es mir alles in allem geht, einfach nur weil ich zufällig das Glück hatte, in einem bestimmten Land und einem bestimmten Umfeld aufzuwachsen. Und die Dinge wertzuschätzen, die einem häufig selbstverständlich vorkommen.

Wie ging es nach Deiner Rückkehr in Deutschland weiter?

Ich habe in München Politikwissenschaft und Soziologie studiert. Bei Ärzte der Welt habe ich in dieser Zeit ein fünfmonatiges Praktikum gemacht. Hier konnte ich tiefe Einblicke in die Inlands-Projektarbeit gewinnen und durfte beispielsweise an Projektanträgen mitarbeiten. Später habe ich als Werkstudentin im Fundraising bei Ärzte der Welt gearbeitet. Es war eine ganz andere Tätigkeit, die ich aber auch sehr spannend fand.

Für den Master in Friedensforschung und Internationale Politik bin ich nach Tübingen gezogen. Während meiner Masterarbeit fiel mir die Stellenausschreibung von Ärzte der Welt im Bereich Fundraising auf. Damit war für mich klar, wo ich mich bewerben werde.

Was schätzt Du an Ärzte der Welt?

Was ich persönlich besonders spannend finde, ist unsere Arbeit in Deutschland. Durch mein Praktikum damals hatte ich ja einen guten Einblick in die Inlandsprojekte und finde es wirklich toll und wichtig, was die Kolleg*innen da stemmen. Da geht es einmal um die direkte medizinische Hilfe, aber auch um die politische Arbeit, die strukturell etwas verändern kann.

Ganz generell gefällt mir gut, dass unsere Projekte möglichst langfristig und nachhaltig angelegt sind, auch im Ausland. Das bedeutet zum Beispiel, dass unsere Teams vor allem aus lokalen Fachkräften bestehen. So bleibt das Wissen und die Erfahrung im Land. Oder dass wir versuchen, wirklich umfassende Hilfe anzubieten, indem wir auch die psychische Gesundheit unserer Patient*innen unterstützen.

Innerhalb des Fundraisings bist Du für Dialogmarketing zuständig. Was ist das genau?

Generell geht es im Fundraising darum, Menschen für Ärzte der Welt zu begeistern und zu motivieren, für uns zu spenden. Im Dialogmarketing kümmern wir uns vor allem um die Spendenaufrufe, die eine größere Anzahl von Personen erreichen, ob per Post, Telefon, online oder auch auf der Straße. Zusammen mit meinen Kolleginnen bereite ich beispielsweise Spendenkampagnen vor. Die Menschen geben vielleicht kleinere Beträge, aber es sind eben viele, die uns so unterstützen. Und wir freuen uns über alle, die so unsere Projekte überhaupt erst möglich machen! Deshalb gehört es auch, dazu, immer wieder Danke zu sagen für die großartige Unterstützung.

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