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Projektreferentin Vera Macht. Foto: Ärzte der Welt

Vera Macht: Patient(inn)en aus der Not holen

Vera Macht: Patient(inn)en aus der Not holen

Nach vielen Jahren im Ausland engagiert sich Vera Macht nun hierzulande für Menschen ohne ausreichenden Zugang zu medizinischer Versorgung. Seit September 2018 ist sie Projektreferentin der Berliner Anlaufstelle open.med. Die direkte Hilfe für die Patient(inn)en liegt ihr am Herzen, aber sie möchte noch mehr bewirken.

Vera Macht wollte schon immer im NGO-Bereich, also für Nicht-Regierungsorganisationen, arbeiten. Sie studierte Soziologie und Islamwissenschaften, eine Kombination aus Politikwissenschaften für den arabischen Raum und der arabischen Sprache. Parallel dazu zog es die Augsburgerin ins Ausland: Mehrere Monate arbeitete sie für eine NGO im Westjordanland und lebte eineinhalb Jahre im Gaza-Streifen, wo sie für eine palästinensische Organisation in der Projektarbeit für Jugendliche tätig war. Später besuchte sie immer wieder den Gaza-Streifen und berichtete als freie Journalistin über die dortige Situation. Auch über ihre Erfahrungen in Ägypten und in der Zentralafrikanischen Republik schrieb Vera Macht für internationale Medien.

Der persönliche Wendepunkt kam 2014 durch den Gaza-Krieg. Die Ereignisse erschütterten sie so sehr, dass sie ihre journalistische Arbeit einstellte. „Das Schreiben war mir danach einfach zu abstrakt, ich wollte lieber wieder etwas Konkretes machen.“ Zurück in Deutschland begann sie erst in einer Erstaufnahmeeinrichtung, dann bei der medizinischen Flüchtlingshilfe in Bochum zu arbeiten, seit Herbst 2017 studiert sie im Master NGO-Management.

Für Ärzte der Welt zog Macht dann 2018 nach Berlin. „Ich bin zu open.med gegangen, weil mir die Kombination aus Projektkoordination und Beratung der Patientinnen und Patienten sehr gut gefällt“, sagt sie. „Und auch, weil Ärzte der Welt sich gesellschaftspolitisch für die Rechte von benachteiligten Menschen stark engagiert. Es ist mir wichtig, für eine Organisation zu arbeiten, die klar Stellung bezieht.“

Bei ihrer neuen Aufgabe hat sie vor allem eines überrascht: „Da ich ja in Krisengebieten gelebt und im Ausland einiges erfahren habe, hätte ich nicht erwartet, dass ich hier noch so oft richtig geschockt bin, auch mit solchen extremen Fällen habe ich in Deutschland nicht gerechnet.“ Eine Patientin, zum Beispiel, ohne Krankenversicherung und mit einem großen, offenen Tumor, die dringend versorgt werden müsste. Ein Krankenhaus schickte die Frau ohne eine entsprechende Kostenübernahme zunächst wieder weg. „Patientinnen und Patienten brauchen oft akute medizinische Hilfe, stattdessen passiert ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen oftmal erst einmal nichts.“ Inzwischen habe sie viele Fälle derartiger Not und großes Elend gesehen, gerade bei Menschen, die ohne Papiere in Deutschland leben. „Das ist vielen nicht bekannt“, so Macht. „Deshalb müssen wir auf diese Missstände aufmerksam machen und Verbesserungen fordern.“

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