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Kinder im Jemen leiden unter dem Bürgerkrieg. Foto: Reuters
Nothilfe

Jemen: Zahl der Diphtherie-Fälle steigt

Jemen: Zahl der Diphtherie-Fälle steigt

UPDATE: Beim schwersten Diphtherie-Ausbruch im Jemen seit fast 30 Jahren steigen weiterhin die Patientenzahlen. Mitte März waren bisher mindestens 1.370 Verdachtsfälle und 76 Todesfälle zu beklagen, die mit Diphtherie in Verbindung gebracht werden. Die Krankheit trat bisher in 20 Regierungsbezirken auf, vor allem in Ibb und Al Hudaydah. Kinder sind besonders gefährdet. Ärzte der Welt behandelt die Patienten in 13 Gesundheitseinrichtungen – doch der Bürgerkrieg und die Blockade von Lieferungen erschweren die Hilfe.

Diphtherie ist eine vor allem im Kindesalter auftretende Infektionskrankheit der oberen Atemwege, die lebensbedrohliche Komplikationen und bleibende Spätfolgen verursachen kann. Gegen die Krankheit gibt es einen Impfstoff, doch dieser ist im Jemen nicht ansatzweise im erforderlichen Maße vorhanden. Der Mangel an Medikamenten tritt hier ganz besonders zutage.

 

Ärzte der Welt in drei Regierungsbezirken präsent

Ärzte der Welt betreibt in den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb  13 Gesundheitseinrichtungen, davon zwei Krankenhäuser. Die Teams kümmern sich um die Bevölkerung und konzentrieren sich ganz besonders auf Kinder unter fünf Jahren, auf Schwangere und stillende Mütter und Mitglieder der Muhamasheen, der niedrigsten sozialen Kaste, die gesellschaftlich stark benachteiligt sind. Ziel unserer Arbeit ist es, den Zugang zu einer kostenlosen, umfassenden medizinischen Grundversorgung ebenso wie zu Angeboten zur psychischen Gesundheit und Ernährung zu verbessern.

 

Im Jemen ist Ärzte der Welt in den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb tätig. Foto: Google Maps
Im Jemen ist Ärzte der Welt in den Regierungsbezirken Amanat Alasimah, Sana’a und Ibb tätig. Foto: Google Maps

 

Auch Unterernährung und Cholera vor allem bei Kindern

Durch den Bürgerkrieg sind die Menschen auch mit der Lebensmittelknappheit konfrontiert: Zwei von drei Jemeniten wissen nicht, woher sie ihre nächste Mahlzeit nehmen sollen. Von den 29,3 Millionen Jeminiten haben 16 Millionen kein sauberes Trinkwasser und keine sanitäre Grundversorgung. Viele Kinder leiden unter Mangel- und Unterernährung: 800.000, also 15 Prozent aller Kinder unter 5 Jahren sind akut unterernährt.

Auch Seuchen wie die Cholera bedrohen die Menschen. 1.086.105 Cholera Verdachtsfälle  wurden in den letzten zwölf Monaten (April 2017 - April 2018) gemeldet und 2.271 Todesfälle durch Cholera dokumentiert. Knapp 60 Prozent der Cholera-Verdachtsfälle betreffen Kinder unter 18 Jahren. Erfreulicherweise gehen die Zahlen der Cholera-Erkrankungen dank der gebündelten medizinischen Maßnahmen kontinuierlich zurück. In 140 Distrikten wurden im März 2018 keine neuen Cholera-Fälle mehr gemeldet.

 

Breites Einsatzgebiet der Ärzte der Welt-Teams

Ärzte der Welt setzt im Jemen ein großes Maßnahmenpaket um. Die NGO stellt beispielsweise Medikamente und zahlt Gehälter für das staatliche Gesundheitspersonal, damit diese Fachleute weiterhin tätig sein können. Die Ärzte der Welt-Teams behandeln Patienten mit schwerer Unterernährung, schulen Gesundheitspersonal und ehrenamtliche Gesundheitsmitarbeiter in den Gemeinden, bieten ein Überweisungssystem für Notfälle und psychosoziale Unterstützung für die oftmals schwer traumatisieren Menschen.

 

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt und Sternstunden unterstützt. Um unsere wichtige Arbeit im Jemen weiter fortführen zu können, ist jedoch auch Ihre Spende dringend vonnöten. Bitte helfen Sie.

 

Hintergrund

Saudi-Arabien und seine Verbündeten, die die international anerkannte Regierung unterstützen, verhindern durch eine Luft- und Seeblockade seit Monaten die Lieferung von Nahrungsmitteln und Medikamenten in das Land. Die humanitäre Situation im Jemen ist nach jahrelangen Kämpfen katastrophal. 16,4 Millionen Menschen haben keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Durch den Bürgerkrieg und die Bombardierungen sind nur die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen derzeit funktionstüchtig, und auch diese sind von der Medikamentenknappheit und dem Mangel an Personal und Ausrüstung betroffen.

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