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Gesundheitspersonal in Gaza trainiert für den Ernstfall

Update: Erklärung zur exzessiven Gewalt gegen Zivilisten in Gaza

Update: Erklärung zur exzessiven Gewalt gegen Zivilisten in Gaza

Die Ärzte der Welt-Mitarbeiter in den Palästinensischen Gebieten sind tief besorgt über das massive Vorgehen der israelischen Sicherheitskräfte gegen Protestierende im Gazastreifen.

Update:  Der 70. Jahrestag der Nakba, der massenhaften Vertreibung von Palästinensern nach der Gründung Israels, war der blutigste Tag in der Region seit dem Gazakrieg 2014: Rund 60 Palästinenser wurden bei den Protesten an der Grenze zu Israel getötet, viele Hunderte verletzt. Ärzte der Welt fordert die israelischen Behörden auf:

  • unverhältnismäßige Gewalt gegen Zivilisten zu beenden
  • die Barrieren abzubauen, die Palästinenser daran hindern, ihr Recht auf Leben, Gesundheit und Versammlungen wahrzunehmen
  • einer transparenten internationalen Untersuchung zu der Gewalt im Gazastreifen den Weg zu ebnen

 

Neben tausenden Demonstrierenden wurden bei den Protesten bisher mindestens 169 medizinische Fachkräfte verletzt und 19 Krankenwagen beschädigt.

Weniger als die Hälfte der dringend zu behandelnden Patienten, die eine Überweisung in Krankenhäuser außerhalb Gazas benötigen, haben die erforderliche Ausreiseerlaubnis von Israel erhalten. Die hohe Anzahl an Notfällen bringt die Kapazitäten der Krankenhäuser an ihre Grenzen. Tausende weniger dringende Operationen müssen verschoben werden. 

Die unverhältnismäßige Gewalt gegen die Palästinenser verstößt gegen das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und gegen die Versammlungsfreiheit. Viele Hunderte Menschen wurden durch den Einsatz scharfer Munition schwer verletzt. Die meisten Schusswunden betreffen die unteren Gliedmaßen, was schweren orthopädische und vaskuläre Verletzungen zur Folge hatte. Hunderte Menschen trugen Behinderungen davon.

Unverhältnismäßige Gewalt gegen medizinisches Personal und die Zivilbevölkerung

Die Krise verschlimmert die schon lange dramatische Situation in Gaza zusätzlich. Vor über 11 Jahren hat die israelische Regierung dem Gebiet eine strenge militärische Blockade zu Land, Luft und See auferlegt. Diese kollektive Bestrafung hat katastrophale Folgen für das tägliche Leben von Millionen Palästinensern. Die Auswirkungen der Blockade entlang des Gazastreifens sind allgegenwärtig und jeden Tag spürbar, wobei die mangelnde Verfügbarkeit von Gütern der augenscheinlichste Aspekt ist. Das Gesundheitswesen kämpft unter anderem mit folgenden zunehmenden Problemen: 

  • Durch Wasserverschmutzung und Trinkwassermangel werden Krankheiten verbreitet.
  • Fast die Hälfte der dringend benötigten Medikamente und medizinischen Materialien sind dauerhaft nicht verfügbar.
  • Unterbrechungen der Stromversorgung führen dazu, dass nur vier Stunden am Tag Elektrizität verfügbar ist. Dies beeinträchtigt die Art und die Qualität der Dienstleistungen in Basisgesundheitszentren und Krankenhäusern massiv.

Die medizinischen Teams von Ärzte der Welt, die seit über 16 Jahren in Gaza aktiv sind, haben mit Freiwilligen, Mitarbeitern von Basisgesundheitszentren und Notaufnahmen von sechs Krankenhäusern zusammengearbeitet, um die Notfallvorsorge zu verbessern sowie orthopädische Operationen für Kinder anzubieten.

Die Mitarbeiter vor Ort  verurteilen die unverhältnismäßige Gewaltanwendung gegen medizinisches Personal und die Zivilisten, die seit dem 30. März im Gazastreifen demonstrieren, und schließen sich der internationalen Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung jedes einzelnen Vorfalls an.

Sie rufen dazu auf, das Recht auf Gesundheit unbedingt zu respektieren und jegliche Hürden zu beseitigen, die den Zugang zu medizinischer Versorgung außerhalb des Gazastreifens behindern.

Schließlich fordern wir die Europäische Union auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Resolution 2018/2663 des EU-Parlaments umzusetzen, in der ein sofortiges und bedingungsloses Ende der Blockade und der Schließung des Gazastreifens gefordert wird.

 

Das Projekt von Ärzte der Welt wird vom Auswärtigen Amt unterstützt.

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