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Zerstörte Straße in Syrien. Foto: Reuters

Geberkonferenz für Syrien: Medizinische Versorgung gewährleisten

 

UPDATE: Auf der Geberkonferenz am 24. und 25. April 2018 haben die EU und die UN angesichts der sich kontinuierlich verschärfenden humanitären Lage in Syrien Zahlungen von 3,7 Milliarden Euro zugesagt, davon kommt 1 Milliarde Euro aus Deutschland. Jedoch ist noch unklar, wann und in welchen Tranchen das Geld ausgezahlt werden wird, da dies beispielsweise in Deutschland noch mit dem neuen Bundeshaushalt genehmigt werden muss.

Ziel der Geberkonferenz ist eine weitere konkrete Hilfe für die schon seit über sieben Jahren unter dem Konflikt leidenden Menschen. Ärzte der Welt nahm an der Konferenz teil und forderte die politischen Entscheidungsträger auf, ihren Einfluss geltend zu machen, um einen sicheren, nachhaltigen und ungehinderten Zugang zu Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Die Sicherheitslage in Syrien bleibt nach wie vor von Ungewissheit und Instabilität geprägt. Das wirkt sich natürlich auch auf das Gesundheitssystem aus. Mehr als die Hälfte der 111 öffentlichen Krankenhäuser und rund die Hälfte der 1.806 öffentlichen Gesundheitszentren ist geschlossen oder nur eingeschränkt betriebsfähig. Es herrscht chronischer Mangel an qualifiziertem Gesundheitspersonal: Mehr als die Hälfte des medizinischen Personals ist geflohen und das nationale Ausbildungsprogramm läuft nur eingeschränkt weiter. 

„In Syrien benötigen 11,3 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe. Der sieben Jahre andauernde Konflikt, Vertreibungen, Nahrungsmittelknappheit, unzureichende Hygiene sowie der begrenzte Zugang zu Impfstoffen haben dazu beigetragen, das öffentliche Gesundheitssystem zu schwächen, insbesondere in Hinblick auf Notfälle“, sagt Dr. Françoise Sivignon, Präsidentin von Médecins du Monde.

Gesundheitspersonal mehr denn je im Fadenkreuz

Im Jahr 2018 erreichte die Anzahl gezielter Angriffe auf medizinische Teams Rekordwerte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es 67 bestätigte Übergriffe auf Gesundheitszentren und Pflegekräfte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Das sind bereits mehr als die Hälfte der insgesamt 112 Angriffe, die im Jahr 2017 verübt worden waren.

Der ständige Beschuss, die extremen Ausmaße und die Auswirkungen des Krieges stürzen die Menschen in Syrien in enorme psychische Not. Es gibt nicht genügend psychiatrische Fachkräfte, um den wachsenden Bedarf an Hilfe, besonders bei Kindern, zu decken. Weil Menschen häufig gezwungen sind, den Aufenthaltsort zu wechseln, ist eine kontinuierliche Behandlung in vielen Fällen nicht möglich.

Zugang zu Gesundheitsversorgung auch in Aufnahmeländern immer schwieriger

Auch in den an Syrien angrenzenden Aufnahmeländern ist der mangelnde Zugang zu medizinischer Versorgung von syrischen Flüchtlingen, vor allem von den besonders Hilfebedürftigen unter ihnen, ein Grund zur Sorge. Im Libanon sind die größten Hürden die Kosten für Dienstleistungen und Personentransporte sowie geografische und andere Faktoren, die es den Menschen schwer machen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Viele der Basisgesundheitszentren befinden sich abgelegenen Gegenden, die für die Geflüchteten nur schwer zu erreichen sind, weil sie die Fahrtkosten nicht bezahlen können oder weil sie sich nicht frei im Land bewegen dürfen. Sowohl den Gesundheitszentren als auch den Krankenhäusern fehlt es zudem an finanziellen Mitteln.

In Jordanien verhindern ebenfalls vor allem die hohen Kosten, dass syrische Flüchtling notwendige medizinische Leistungen erhalten. 74 Prozent der syrischen Haushalte können sich die Behandlung einer chronischen Erkrankung nicht leisten. Immerhin hat die jordanische Regierung vor kurzem beschlossen, 80 Prozent der Versorgungskosten für syrische Flüchtlinge zu übernehmen – eine deutliche Steigerung zum vorherigen Anteil.

„Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist ein Grundrecht, das unter allen Umständen gewährleistet werden muss. Es liegt in der Verantwortung aller Akteure der Brüsseler Syrien-Konferenz, dies möglich zu machen“, so Ärzte der Welt-Präsidentin Françoise Sivignon.

Auch Sie können die medizinische Versorgung der Menschen in und um Syrien verbessern. Bitte helfen Sie durch Ihre Spende.