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Vielen Menschen in der Somali-Region mangelt es selbst an der Grundversorgung. Foto: Ärzte der Welt

Gesundheitsversorgung allein ist nicht genug

Gesundheitsversorgung allein ist nicht genug

 

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Schreckensnachrichten aus der äthiopischen Region Tigray. Aber auch in anderen Landesteilen sehen sich die Menschen, vor allem klimabedingt, mit extremen Herausforderungen konfrontiert. Ärzte der Welt hat seine Unterstützung in der Region Somali an die komplexe Lage vor Ort angepasst.

 

Ärzte der Welt-Landeskoordinator George O. Kijana erinnert sich gut an den Beginn seiner Arbeit in der äthiopischen Region Somali. „In meinen ersten zwei Wochen habe ich ein sehr abgelegenes Gesundheitszentrum besucht. Dort wurde ein Notfall eingeliefert, eine Frau, die schon seit zwei Tagen in den Wehen lag. Sie war in einem sehr schlechten Zustand und es sah so aus, als ob sie vielleicht nicht überleben würde. Es ist uns jedoch gelungen, die Patientin mit einem Krankenwagen in das nächste Hospital zu bringen – es waren drei Stunden Fahrt über eine holprige Straße. Drei Wochen später habe ich auf der Rückfahrt in dem Krankenhaus nach der Frau gesehen. Sie war operiert worden und ihr und ihrem Baby ging es gut. Mutter und Kind haben sich später vollständig erholt. Das hat mich sehr bewegt.“

Die Gesundheitsversorgung von Frauen und Kindern steht im Mittelpunkt vieler Projekte von Ärzte der Welt – so auch in Äthiopien. Sie sind in besonderem Maße von den zahlreichen Krisen, unter denen die Gegend leidet, betroffen. Dürren, Heuschreckenplagen und der durch sie verschärfte Hunger sind nur einige Katastrophen der vergangenen Jahre. Und schon vor Covid-19 sind immer wieder Epidemien wie Masern oder Cholera ausgebrochen.

Dazu kommt, dass über 90 Prozent der Frauen in der Region Somali von weiblicher Genitalbeschneidung betroffen sind. Bei ihnen ist das Risiko für Komplikationen, besonders vor, während und nach der Schwangerschaft, stark erhöht.

Unter den Bedingungen in der Region leiden auch die rund 80.000 Vertriebenen im Qoloji Camp, die vor der Gewalt in anderen Landesteilen geflohen sind. Auch ihnen bietet Ärzte der Welt medizinische und psychosoziale Dienste. Man dürfe nicht unterschätzen, wie wichtig gerade letztere vor allem in den Vertriebenenlagern seien, sagt die Ärzte der Welt-Referentin für internationale Programme, Mariam Janssen-Youssaf. „Die Menschen sitzen seit Jahren in einem Camp fest, nachdem sie zuvor unter traumatischen Bedingungen alles verloren haben. Sie haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung, können ihre Kinder nicht zur Schule schicken und kaum ernähren.“ In so einer Situation leide auch die Psyche, was sich wiederum auf die körperliche Gesundheit auswirke, so Janssen-Youssaf.

Vor Projektbeginn habe man die Lage in der Region genau analysiert, um die Ressourcen optimal zu einzusetzen: „In einem Kontext, der so komplex ist wie der in Somali, ist es schwierig zu sagen, unsere Expertise ist die Gesundheit, deshalb konzentrieren wir uns allein auf die medizinische Versorgung. Dann sagen uns die Menschen in den Dörfern, hier gibt es kein sauberes Trinkwasser und ich kann kaum meine Kinder ernähren, kein Wunder, dass sie krank werden. Deshalb mussten wir ganzheitlicher denken”, sagt Janssen-Youssaf.

Neben der basismedizinischen, psychosozialen und der Versorgung rund um Schwangerschaft, Sexualität und Geburt konzentriert sich Ärzte der Welt daher auf die Erkennung und Behandlung von Unterernährung – besonders bei Kindern unter fünf Jahren. Daneben bemühen wir uns, gemeinsam mit unserem lokalen Partner - der Organisation for Welfare and Development Association - die Wasser- und Sanitärversorgung sowie die Hygiene zu verbessern und der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten vorzubeugen.

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