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Frauen in Nigeria warten vor Behandlungszentrum. Foto: Ärzte der Welt

Nigeria: Cholera breitet sich wieder aus

Nigeria: Cholera breitet sich wieder aus

Nigeria verzeichnet einen dramatischen Anstieg von Choleraerkrankungen - schon jetzt ist der Ausbruch ist einer der schlimmsten seit 2010. Ärzte der Welt spielt eine Schlüsselrolle in der Bekämpfung der Krankheit im Nordosten des Landes: Allein zwischen September bis November konnten 900 Cholera-Erkrankte behandelt werden.

Allein im nördlichen Bundesstaat Borno wurden bis zum 12. November 2018 6.045 Verdachtsfälle und 73 mit Cholera assoziierte Todesfälle verzeichnet. Im benachbarten Budesstaat Yobe wurden 1.777 Verfachtsfälle und  73 Todesfälle gemeldet, die mit Cholera in Verbindung gebracht werden.

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sind sofortige Maßnahmen nötig. Durch die schwere akute Unterernährung vieler gerade junger Patientinnen und Patienten verschlechtert sich der Krankheitsverlauf erheblich.

Was wir tun

In Nigeria engagiert sich Ärzte der Welt seit August 2016 in den Bereichen Basisgesundheitsversorgung, Ernährung und geschlechtsspezifischer Gewalt und auch im Bereich mentale Gesundheit. Ärzte der Welt unterhält im nordöstlichen Bundesstaat Borno insgesamt vier festen Kliniken, drei davon in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundeslands Borno, und in dem Ort Damboa.

Seit dem Ausbruch der Cholera behandeln die Teams von Ärzte der Welt in den betroffenen Gebieten die Cholerapatient(inn)en und versuchen, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Seit August 2018 betreiben die Notfalleinsatzteams zwei Einheiten (Oral Rehydration Points), speziell um dehydrierte Patient(inn)en durch Spezialflüssigkeit zu versorgen und eine Cholera Treatment Unit, also eine Cholera-Behandlungseinheit.

 

Was wir im 2. Halbjahr (September - November 2018) erreicht haben:
  • 900 Cholera-Fälle wurden behandelt

  • 40.400 Behandlungen - davon

    • 5.200 Schwangerschaftsuntersuchungen

  • 41.500 Menschen habe ein Training in Gesundheitspflege erhalten

  • 14.700 psychologische Konsultationen wurden in Einzel- und Gruppensitzungen durchgeführt

  • 38 Menschen wurden nach geschlechtsspezifischer Gewalt behandelt und betreut

 

Erschreckende Situation in Bundesland Borno
  • 2.6 Millionen Menschen benötigen Gesundheitsversorgung, inklusive einer mentalen Versorgung, also psychologische und psychosoziale Angebote
  • 1.4 Millionen sind auf Ernährungsdienstleitungen angewiesen
  • 1.5 Millionen benötigen Angebote zur geschlechtsspezifischen Gewalt
  • 56 Prozent der Binnenflüchtlinge sind Kinder von 0 bis 17 Jahren. 28 Prozent von ihnen sind unter 5 Jahre alt.

 

Ständige Bedrohung durch Boko Haram

Seit 2009 terrorisiert die Gruppe Boko Haram die Bevölkerung, vor allem im Nordosten Nigerias. Der Konflikt führt zu massiven Vertreibungen, Verstößen gegen internationales Recht und dadurch zu einer wachsenden humanitären Krise für der Menschen und ihre allgemeine Sicherheitslage: Seit Beginn des Konflikts wurden zehntausende Menschen getötet, unzählige Frauen und Mädchen entführt und Kinder von Boko Haram als Selbstmordattentäter missbraucht. Entgegen der Hoffnungen aus dem letzten Jahr gibt es im Bundesstaat Borno keine Anzeichen auf ein Nachlassen des Konflikts.

 

Medizinische Infrastruktur ist vielerorts zerstört, medizinisches Personal geflohen

Etwa die Hälfte der Menschen, die innerhalb ihres Landes fliehen mussten, lebt außerhalb der registrierten Camps innerhalb der Gastgemeinden, die ihrerseits zu den ärmsten der Welt gehören. Die Basisversorgung war bereits vor dem Konflikt mangelhaft, reicht sie nun bei Weitem nicht mehr aus, um die hohe Zahl der Binnenflüchtlinge zu versorgen. Für die Menschen wird es dort immer schwerer, Zugang zu medizinischen Hilfsleistungen oder anderen knappen, grundlegenden Dienstleistungen zu bekommen.

Viele Mediziner/-innen, Hebammen, Krankenschwestern und -pfleger wurden angegriffen oder vertrieben. Nun fehlen ausgebildete Fachkräfte. In der Region Borno sind 64 Prozent der Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder zerstört. In den wenigen funktionierenden Gesundheitseinrichtungen reichen die lebenswichtigen Medikamente und Vorräte oft nicht aus.

Die Kliniken von Ärzte der Welt bieten für viele eine der wenigen Anlaufstellen, um gerade beim aktuellen Ausbruch der Cholera Hilfe und Behandlung zu bekommen.

 

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert. Um diese Unterstützung zu erhalten, müssen wir einen Eigenanteil beisteuern, weshalb wir dringend auf Unterstützung angewiesen sind. Bitte helfen Sie den Menschen im Nordosten Nigerias mit Ihrer Spende.

 

 

 

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