Rohingya in einem Flüchtlingscamp in Bangladesch. © Ärzte der Welt

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Unterstützung der Rohingya in Bangladesch

Bangladesch ist einer der am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Erde. Seit Herbst 2017 beherbergt Bangladesch zusätzlich etwa eine Million geflohene Rohingya – eine muslimische Minderheit, die nach grausamen Massakern in Myanmar ins Grenzgebiet fliehen musste. Bereits zuvor wurden sie in ihrer Heimat beständig unterdrückt und verfolgt: Zehntausend vom Militär getötete Zivilist*innen, systematische Vergewaltigung von Frauen und Mädchen sowie zerstörte Siedlungen.

Auch heute, viele Jahre nach ihrer Flucht, haben sie keine Perspektive in ihrer Heimat. Weiterhin drohen dort Verfolgung und Diskriminierung. Die UN stuft die Rohingya als die am stärksten verfolgte Bevölkerungsgruppe der Welt ein und bezeichnet die Massaker als ethnische Säuberung.

In Bangladesch leben die Rohingya unter prekären Umständen

Nach wie vor befinden sich die meisten der vertriebenen Rohingya in Bangladesch, darunter viele Kinder. Viele der zur Flucht gezwungenen haben keinen offiziellen Flüchtlingsstatus und leben in überfüllten Flüchtlingslagern.

In der im Süden des Landes gelegenen Kleinstadt Cox´s Bazar befindet sich das Camp Kutupalong, das inzwischen größte Flüchtlingscamp der Welt. Die Umstände sind katastrophal: Neben eingeschränkter Bewegungsfreiheit mangelt es an Hygiene und sauberen Wasser, ausreichender Ernährung sowie medizinischer Versorgung.

Besonders Frauen und Kinder haben mit den Zuständen in den Camps zu kämpfen. Etwa 15 Prozent der Kinder sind unterernährt und somit besonders von Krankheiten bedroht. Die Kinder haben keinen Zugang zu formaler Bildung und werden häufig Opfer von Kinderarbeit und Menschenhandel. Mädchen sind zusätzlich einem erhöhten Risiko von Kinderheirat, Zwangsprostitution und sexuellen Übergriffen ausgesetzt. 

Unsere Unterstützung vor Ort

Ärzte der Welt war und ist mit verschiedenen Projekten, die gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen ausgeführt werden, in Bangladesch unterstützend tätig.

Bereits 2017 konnten wir dabei helfen, die vertriebenen Rohingya medizinisch zu versorgen. In den Camps Kutupalong und Unchiprang erhielten bis zu 700 Patient*innen pro Tag eine medizinische Versorgung, wobei die Betreuung von schwangeren Frauen und Kindern im Fokus stand.

Neben medizinischer Unterstützung standen wir vertriebenen Rohingya mit psychosozialer Unterstützung zur Seite, insbesondere Patient*innen, die geschlechtsspezifische Gewalt erfahren haben. Unsere Bildungskampagnen informierten Rohingya über die Bedeutung von Impfungen, die Übertragung von Infektionskrankheiten, psychische Erkrankungen, Familienplanung und Schwangerschaft.*

Im Rahmen unserer Projekte haben wir…

  • Schätzungsweise 2.177 Haushalte im Flüchtlingscamp Kutupalong erreicht.
  • 56 Gemeindegruppen dabei unterstützt, Zugang zu medizinischer Versorgung zu erhalten, geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen und den Bedarf an psychosozialer Unterstützung zu bewältigen
  • 202 von geschlechtsspezifischer Gewalt mit psychologischer und psychosozialer Betreuung begleitet
  • 10.064 Rohingya über geschlechtsspezifische Gewalt, sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie psychische Gesundheit informiert

Aufbau einer ausreichend und dauerhaften lokalen Gesundheitsversorgung

Seit 2021unterstützen wir gemeinsam mit unserer lokalen Partnerorganisation Pulse Bangladesh Society den Ausbau der lokalen Gesundheitsversorgung mit dem Schwerpunkt, nicht-ansteckende Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Bluthochdruck verhindern und besser behandeln zu können. Durch Schulungen, bessere Dokumentation und standardisierte Abläufe soll die Qualität der Behandlung von chronischen Krankheiten langfristig verbessert werden.

Durch unsere Projekte sollen zudem die aufnehmenden Gemeinden dabei unterstützt werden, eigene Kapazitäten aufzubauen, um die Vertriebenen adäquat medizinisch zu versorgen.

*Wegen fehlender Finanzierung konnten wir unsere Hilfe nicht weiterführen und mussten die beschriebenen Projekte 2021 einstellen.

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Die Rohingya sind eine ethnisch-religiöse Minderheit. Die Regierung erkennt sie nicht als offizielle einheimische Bevölkerungsgruppe an und betrachtet sie als illegale Flüchtlinge, obwohl viele seit Generationen im Land leben.

Das größte Flüchtlingscamp der Welt befindet sich auf der bengalischen Halbinsel Cox’s Bazar und heißt Kutupalong. Es beherbergt inzwischen etwa eine Million Rohingya, die nach einem Massaker in Myanmar ins Grenzgebiet geflohen sind.

Der Klimawandel verschärft die Häufigkeit und Schwere von unberechenbaren Umweltkatastrophen wie Wirbelstürmen und Überschwemmungen. Für den Katastrophenfall hat Bangladesch zwar Evakuierungsprotokolle für die einheimische Bevölkerung entwickelt, die Rohingya in den Flüchtlingscamps können solchen Extremwetterereignissen jedoch kaum etwas entgegensetzen. Ihre provisorischen Unterkünfte aus Bambusstangen und Planen bieten kaum Schutz.

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